Spritzplan

1. Spritzung

  • Zeitpunkt: ES 09 (Knospenaufbruch)
    Die grüne Spitze die sich aus der Knospe entwickelt ist gut sichtbar
  • Dosierung: 1% Netzschwefel-Lösung (10g Netzschwefel pro Liter Wasser)

ES 61 bis Fruchtansatz

  • Zeitpunkt: ES 61 (Beginn der Blüte)
    10% der Blütenkäppchen haben sich vom Blütenboden gelöst
  • Dosierung: 0,6% Netzschwefel-Lösung, 0,5% Myco-Sin-Lösung, 0,06% Kupfer-Lösung (6g Netzschwefel pro Liter Wasser + 5g Myco-Sin VIN pro Liter Wasser + 0,6g Funguran pro Liter Wasser)
  • Beim ersten Mal mit Funguran, dann alle 1-2 Wochen nur Netzschwefel und Myco-Sin VIN bis ES 71

Ab Fruchtansatz

  • Zeitpunkt: ES 71 (Fruchtansatz)
    Fruchtknoten vergrößern sich, letzte Blütenkäppchen werden abgeworfen
  • Dosierung: 0,2% Netzschwefel-Lösung, 0,5% Myco-Sin-Lösung, 0,06% Kupfer-Lösung (2g Netzschwefel pro Liter Wasser +5g Myco-Sin VIN pro Liter Wasser +0,6g Funguran pro Liter Wasser)

Ab ES 75

  • Zeitpunkt: ES 75 (Beeren erbsengroß)
    Beeren erbsengroß, die Trauben hängen, spätestens Anfang August (mind. 35 Tage Wartezeit vor der Ernte bei Nutzung von Funguran notwendig)
  • Dosierung: 0,2% Netzschwefel-Lösung, 0,5% Myco-Sin-Lösung, 0,06% Kupfer-Lösung (2g Netzschwefel pro Liter Wasser + 5g Myco-Sin VIN pro Liter Wasser +0,6g Funguran pro Liter Wasser)

Bei Traubenwickler-Befall

  • 0,1-0,3% Xentari (1-3g Xentari auf 1l Wasser)

Herstellung der Spritzbrühe

In eine kleine Wassermenge (z. b. 100ml) unter ständigem Rühren die entsprechenden Wirkstoffe zusetzen. Erst wenn sich ein dünnflüssiger, klumpenfreier Teig gebildet hat wird dieser Teig der gewünschten Wassermenge zugesetzt. Gegebenenfalls ist zum Rühren ein Rühraufsatz für die Bohrmaschine, wie er auch zum Anrühren von Farben genutzt wird, zu verwenden.

Beispiel für die Herstellung von 10l Spritzbrühe
In 100ml Wasser werden unter ständigem Rühren 60g Netzschwefel, 50g Myco-Sin VIN und 6g Funguran aufgelöst. Diese Masse wird dann in ca. 10l Wasser langsam eingerührt.

Pflanzenschutzmittel

Die hier beschriebenen Maßnahmen umfassen den Schutz der Reben vor Pilzkrankheiten wie Peronospora und Oidium sowie vor Milben wie Blattgallmilbe oder Spinnmilbe. Schwefel- und Kupferpräparate bieten keinen Schutz vor Insekten wie dem Traubenwickler oder der Rebzikade.

Die Entwicklungsstadien der Rebe können standardisiert nach dem sog. BBCH-Code beschrieben werden. Dieser beschreibt das aktuellen Entwicklungsstadium (ES) mit einer zweistelligen Zahl. Siehe hierzu die Seite von Vincenz Richter.

Sollte ein Schutz gegen den Traubenwickler notwendig sein, muss zusätzlich ein Bacillus-Thuringiensis-Präparat (z. B. Xentari) gesprüht werden. Dies muss im Dreiblattstadium (ES 13) und zu Beginn der Blüte (ES 61) geschehen.

Netzschwefel
Reiner Schwefel, oxidiert auf der Blattoberfläche zu Schwefeldioxid und wirkt so Pilzsporenhemmend, nicht bienengefährlich

Kupfer
Wird als Kupferoxychlorid gespritzt und setzt Kupfer-II-Ionen frei, wirkt so als Enzymgift in den Pilzsporen. In den üblichen Konzentrationen nicht bienengefährlich.

Bacillus Thuringiensis
Das Toxin des Bakterium Bacillus Thuringiensis wird von Schmetterlingsraupen (also auch von den Traubenwickler-Raupen) gefressen und führt zum Absterben der Raupen. Nicht bienengefährlich.

Myco-Sin VIN
Pflanzenstärkungsmittel aus Tonerde, Silikaten, Hefebestandteilen, Pflanzenextrakten und biolog. Netzmitteln. Stärkt die Widerstandskraft gegen Peronospora. Nicht bienengefährlich. Leider inzwischen aufgrund der abgelaufenen Zulassung in Deutschland nicht mehr erhältlich.

Rebschutz

Leider erfordert der Weinberg den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass zumindest in Griechenland die Reben sonst sehr schnell von verschiedensten Krankheiten heimgesucht werden und verkümmern.

Das Thema Pflanzenschutz ist insgesamt sehr unübersichtlich. Es gibt für die vielen Schädinge jeweils etliche Präparate von verschiedenen Firmen. In Griechenland ist eine adäquate Beratung nicht zu erwarten, in der Regel gilt die Devise „viel hilft viel“ und es werden ohne Kenntnis des eigentlichen Erregers Mischungen aus Fungiziden, Akariziden und Insektiziden gespritzt. Da ich für meinen Weinberg den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gering halten möchte, habe ich im Internet nach Möglichkeiten für biologisch verträgliche und gesundheitlich relativ unbedenkliche Rebschutzmaßnahmen recherchiert. Neben mechanischen Verfahren wie das Entblättern der Traubenzone habe ich mich schließlich für eine Kombination aus Netzschwefel und Kupfer entschieden. Diese beiden Mittel sind auch im Bio-Weinbau zugelassen. Zusätzlich habe ich mich für ein sog. Pflanzenstärkungsmittel auf Basis von schwefelsaurer Tonerde und Pflanzenextrakten (Myco-Sin VIN) entschieden. Letzteres ist leider aufgrund der abgelaufenen Zulassung inzwischen nicht mehr erhältlich. Siehe hierzu die Übersicht über die von mir genutzten Pflanzenschutzmittel.