Der erste Versuch

Meine ersten Vorstellungen von der Pflanzung eines Weinbergs waren sehr simpel: Irgendwo ein paar Stöcke von einer leckeren Weinsort abschneiden, in den Boden stecken, gut gießen und wenn dann etwas wächst irgendwie hochbinden.

Also habe ich in Spanien während eines Wanderurlaubs im März ein paar Stöcke von einem vermeintlichem Tempranillo-Feld abgeschnitten und in Deutschland in die Erde gesteckt. Nach ein paar Wochen waren dann auch tatsächlich ein paar Triebe dran, sodass ich die Pflanzen nach Griechenland mitgenommen und dort ausgepflanzt habe.

Erster Versuch einen Weinberg anzulegen

Meine ersten Reben

Die Reben sind dann auch tatsächlich gewachsen. Da ich keine Ahnung von Rebschnitt und Erziehung hatte, habe ich an jeder Pflanze zwei Triebe wachsen lassen und diese an einem mehr oder weniger dürftigen Draht hochgebunden.

Das Ergebnise waren ca. 20 Reben, die nach vier Jahren immer noch winzig waren und so gut wie keine Trauben produziert haben. Alles sah irgendwie kläglich aus. Mir war klar, dass es so nicht weitergehen konnte.

Der Anfang

Reife Trauben an unserer Pergola

Pergola mit reifen Trauben

Es ist ein paar Jahre her, dass ich zum ersten Mal mit dem Gedanken gespielt habe,
eigenen Wein herzustellen. Vor der Terasse unserer Ferienhauses in Griechenlands Nordwesten hatte mein Vater einen Rebstock gepflanzt. Genaugenommen hatte er einfach ein Stück Schnittholz im Frühjahr in den Boden gesteckt, den mein dort ansässiger Onkel von den Feldern mitgebracht hatte.

Der Stock war nach ein paar Jahren groß genug geworden, um ihn an einer kleinen Pergola hochranken zu lassen. Als dann die ersten nennenswerten Mengen an Trauben am Stock hingen, stellt sich heraus, dass die extrem süßen Trauben eine sehr dicke Schale und haufenweise große Kerne aufweisen. Zum Verzehr also eher weniger geeignet.

Da ich schon immer sehr an der eigenhändigen Herstellung von täglichen Genussmitteln interessiert war, habe ich mir eine Reinzuchthefe bestellt und mit Küchenmitteln versucht, aus den Trauben Wein herzustellen. Die ersten Jahre gab es zum Teil eigenartige Kreationen, zwei mal ist es auch ein Zwischending aus Essig und Lösungsmittel geworden. Inzwischen klappt die Weinherstellung aber reproduzierbar gut.

Daher habe ich mich entschlossen, einen eigenen kleinen Weinberg mit ausgewählten Sorten anzulegen. Platz ist auf unserem Grundstück ja genug und die Bedingungen, welche auf unserem Grundstück herrschen, erscheinen mir für den Weinbau gar nicht so schlecht: Südhang, lehmig-steiniger Boden, eine ganz leichte Meeresbrise und auch im Sommer noch genügend Feuchtigkeit in den tieferen Bodenschichten.